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Facebook, MySpace, Xing & Co.

 

veröffentlicht am 3. April 2008
Maja Jelkmann

 

Es fing alles ganz harmlos an. Es gab ein oder zwei Online-Communities. Jeder hatte schon mal davon gehört, aber kaum einer war Mitglied und aktiv involviert. Man konzentrierte sich lieber auf Freundschaften in der Umgebung, anstatt im WorldWideWeb dubiose Bekanntschaften zu pflegen. Diese Situation hat sich mittlerweile jedoch geändert. Die meisten von uns wurden vom Community-Fieber, das sich wie ein Virus in rasender Geschwindigkeit über den gesamten Globus verbreitet, angesteckt.

Kaum eine/r ist immun. Dass es immer schwieriger wird, der Seuche nicht zu erliegen, liegt vor allem daran, dass die Zahl der Online-Communities und ihrer Mitglieder stetig steigt. Ganz nach dem Motto: Dabei sein ist alles! In Deutschland gibt es z.B. neben Xing, Lokalisten und StudiVZ mittlerweile (wer hätte’s gedacht?!) auch ein SchülerVZ und seit neuestem das MeinVZ. Als Antwort auf diesen ‚Affront’ der Verlagsgruppe Holtzbrinck hat Facebook kurzerhand eine deutsche Version gelauncht. Man sieht, in dieser Branche geht es Schlag auf Schlag! Dass solche Communities wie Pilze aus dem Boden schießen und der Konkurrenzkampf sich zunehmend verschärft, ist nicht nur auf den Netzwerk-Hype der User zurückzuführen, sondern auch auf die Attraktivität der Communities aus unternehmerischer Sicht. Denn die Netzwerke ermöglichen Unternehmen, potenzielle Kunden gezielt anzusprechen und sichern den Community-Betreibern hohe Werbeeinnahmen.

Wenn man die steigende Zahl an Communities bei gleichzeitig zunehmender Kommerzialisierung dieser Institutionen bedenkt, drängt sich unweigerlich die Frage auf, was aus der ursprünglichen Idee geworden ist, persönliche und wertvolle Kontakte aufzubauen und zu pflegen? Wird man nicht permanent von Werbung belästigt? Und sind es nicht hauptsächlich Pseudo-Bekanntschaften, um die es da geht? Heute sind Hans und Franz Mitglieder. Jeder kann sich anmelden. Die Privatsphäre in den Communities und die Exklusivität der Mitgliedschaft sind verloren gegangen. Und damit auch der ursprüngliche Charakter und Reiz dieser Online-Institutionen. Denn nicht die Features einer Community machen sie interessant und attraktiv, sondern ihre Mitglieder.

Angesichts dieser Entwicklungen sollte man also meinen, dass Wert und Bedeutung von Online-Netzwerken sinken und infolgedessen auch die Zahl der Communities abnehmen würden. Dem ist jedoch nicht so. Ganz im Gegenteil: es gibt nicht weniger, sondern immer mehr dieser Einrichtungen im Internet. Auf den ersten Blick scheint dies paradox. Auf den zweiten Blick jedoch logisch. Denn schon immer galt, dass am interessantesten ist, was anders ist, und dass langweilig ist, was alle machen. Deshalb büßen Communities wie Facebook, deren Mitgliederzahlen im zweistelligen Millionenbereich liegen, an Attraktivität ein. Wer kann sich dort noch von all den anderen abgrenzen?! Aus diesem Grund kommen immer wieder neue, kleine Communities, die Nischen besetzen, auf den Markt. Die Community-Landschaft diversifiziert sich zunehmend und die Fluktuation der Mitglieder steigt. Dies stellt jedoch keine Gefahr für die großen, etablierten Netzwerke dar. Denn das Schöne am Networking ist ja, dass man nicht nur bei einer Community Mitglied sein darf, sondern so viele Accounts haben kann, wie man mag, und dass dort, wo Mitglieder austreten, immer wieder neue nachrücken!


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Quellen:
- Horizont
- Themenblog

Quellen Fotos:
- lemonde.fr
- drupal community


Kategorie :
Medien
Communitymanagement


 

Kommentare

1. Donnerstag 3. April 2008 attime 22:47, von Casi :: http://www.zweipunktnull.org/blog

Logischerweise gibt es immer mehr Social Networks - was bei myspace, Facebook und Konsorten funktioniert, lockt natürlich Nachahmer an, wie jedes erfolgreiche Konzept. Nach den oben genannten "großen" Plattformen schiessen natürlich auch immer mehr kleine, neue Networks aus dem Boden, um sich auf ein bestimmtes Publikum zu spezialisieren und somit eine legitime Nische im Social-Network-Markt zu finden.

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