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Greenpeace: WALL-E gegen Kleer-E
Gleich vorweg: Auch wenn sie den Film WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf noch nicht gesehen haben sollten, können Sie diesen Artikel ganz beruhigt lesen. Wir werden nichts über die Handlung oder gar das Ende verraten.
Also, worum geht es dann, wenn nicht um den Film? Um Kleenex, Pixar, Greenpeace und gekonnte Selbstinszenierung bis hin zur Heuchelei.
WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf, der neue Film des Animationsstudios Pixar, spielt in einer fernen Zukunft. Die Menschen haben den zerstörten Planeten längst verlassen, nur der Roboter WALL-E ist übriggeblieben, um die Hinterlassenschaften der Menschheit in Ordnung zu bringen. Die Botschaft des Films könnte deutlicher nicht sein: Wir müssen unsere Umwelt schützen. Soviel zur Vorgeschichte.
WALL-E wird wie viele Filmfiguren massiv vermarktet. Unter anderem ist der kleine Roboter auf den Kleenex-Schachteln von Kimberly-Clark, einem der weltweit wichtigsten Hersteller für Hygieneartikel (unter anderem auch Kleenex-Papiertaschentücher) abgebildet. Auf dem Boden der Schachtel findet man eine Notiz, die besagt, dass der Karton zu 100% aus recyceltem Material besteht. Klingt gut. Aber wie so oft ist das Ungesagte interessanter: Kimberly-Clark weigert sich nämlich, auch die Taschentücher selbst aus recyceltem Material herzustellen, und nimmt dafür radikale Kahlschläge in jahrhundertealten Waldgebieten in Kauf.
Greenpeace kämpft seit Jahren mit seiner „Kleercut“-Kampagne gegen diese Abholzung, und die Behauptung auf der Produktpackung ging der Umweltorganisation ordentlich gegen den Strich. Deshalb haben Pixar und Greenpeace gemeinsam eine weitere Kampagne gestartet, die diese Heuchelei anprangert. Hier das Video:
Aber wer im Glashaus sitzt, sollte lieber nicht mit Steinen werfen. Pixar hat nämlich programmierbare WALL-E-Roboter und das WALL-E-Computerspiel an Journalisten verteilt, und Kinos weltweit wurden mit riesigen WALL-E-Figuren aus umwelt-unfreundlichem Papier und Plastik dekoriert.
Liebe und Achtung des Planeten sind die zwei wichtigsten Themen des Films, und die beiden niedlichen Hauptdarsteller sind sicher nicht die schlechtesten Botschafter dafür. Dennoch bin ich mir sicher, dass die Vermarktung gelinde gesagt einige Verwirrung in den Köpfen unserer Kinder anrichten wird. Devin Faraci beschreibt das äußerst treffend auf seinem Blog:
„Hallo Kinder! Die Erde ist wichtig, und wir müssen sie schützen. Am besten macht ihr das, indem ihr jede Menge umweltschädliche WALL-E-Produkte aus Plastik kauft! Außerdem ist es nicht gut, wenn man sich nicht bewegt und ungesund isst – genießt lieber die Welt um euch herum! Das tut ihr am besten, indem ihr das WALL-E-Videospiel kauft, oder die WALL-E-Action-Figuren! Außerdem solltet ihr der Werbung nicht glauben und statt dessen selbst denken. Beweist eure Unabhängigkeit, indem ihr eure neuen WALL-E-Klamotten anzieht!"
Also, Pixar, Kleenex – wie wäre es mit ein bisschen weniger Selbstinszenierung und ein bisschen mehr Ehrlichkeit?
Kategorie :
Umwelt
Unterhaltung
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